Bierzauberers Haberdashery Nr. 9: It‘s a mad, mad world

Heute will ich euch eine kleine Geschichte erzählen, darüber, wie unsere Welt anscheinend heute funktioniert. Die Geschichte ist sogar wahr!
Neulich habe ich neue Visitenkarten bestellen müssen. Diese kleinen Kärtchen, die einem selbst und allen anderen ständig vor Augen halten, wie toll und wichtig man ist. Visitenkarten, so was sollte jede Druckerei können, also ist es im Grunde nur eine Frage des Preises. Ich landete letzten Endes, nicht nur aus Gründen nachhaltiger Überlegung, bei einer Druckerei bei mir in der Nähe. Nur zwanzig Kilometer entfernt. Wo ich auch schon andere Sachen bestellt hatte. Warum denn in die Ferne schweifen? Think global. Buy local. Das Angebot „ECO“ klang auch gut, da schwingt ja auch das Wort „Ökologie“ durch, oder war es am Ende doch nur „ökonomisch“?
Bestellt, bezahlt, und in einer Woche sollten die Karten da sein. Für so ein kleines Päckchen lohnte sich das Abholen nicht, der Versand für fünf Euro war sinnvoller.

Das Päckchen wurde dann – natürlich, falsch zugestellt, der DHL-Mensch gab das Paket irgendwo in der Nachbarschaft ab, bestätigte aber auf dem Paketschein, dass ich es persönlich in Empfang genommen hätte.

Kennen wir doch alle, sind ja auch nur Menschen…
Meine Reklamation machte es alsdann erforderlich, einen so genannten Tracking-Record zu bekommen. Und jetzt nimmt die Geschichte Fahrt auf. Denn danach habe ich bei der Druckerei angerufen und sie gefragt, ob sie noch ganz dicht sind. Mein Kartendruckauftrag wurde nämlich aus Kostengründen nach Italien ausgelagert, dort gedruckt, dann mit dem Flugzeug von Venedig nach Bratislava (Slowakei) geflogen. Von dort ging die Reise weiter nach Deutschland, Leipzig, um genau zu sein. Von Leipzig nach Wien war nur ein Katzensprung, um dann meine Karten die letzten Kilometer nach Brunn/Geb. mit dem LKW zu befördern. Vier Länder, drei Flüge, knapp zweitausend Kilometer Weg, meine Visitenkarten haben wirklich schon die Welt gesehen.
Und ECO? War wohl weder das eine noch das andere.
In Zukunft frage ich vorher nach, WO letztendlich produziert wird…

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